FERRUM 03/2018

03 / 2018 18 SERVICE Der Tarifvertrag zum mobilen Arbeiten gibt jetzt wichtige Grundsätze vor. Neue Möglichkeiten schon ortsflexible Arbeit zum Beispiel von Außendienstlern oder Monteuren. Und man muss kein Tablet oder Smart- phone benutzen, um „mobil“ zu arbeiten – die Regeln gelten also zum Beispiel auch für einen Teamleiter, der abends zu Hause Akten studieren will. Tarifgebundene Firmen im Vorteil Letztlich geht es vor allem darum, bestimmte Jobs ortsunabhängig und damit häufig selbstbestimmter ausfüh- ren zu können. Logische Folge: Wer ei- nen Teil der Arbeit freiwillig abends er- ledigt, um zum Beispiel nachmittags mehr Zeit für die Kinder zu haben, kann dafür keine Spät- oder Nachtzuschläge verlangen. Und wer möchte, darf laut Berlin. „Zeit- und ortsflexibles Arbei- ten“ – dieses Trendthema treibt Perso- naler schon länger um. Zum jüngsten Tarifabschluss für unseren wichtigsten Industriezweig Metall und Elektro ge- hört daher eine spannende Neuerung: ein eigener „Tarifvertrag zum mobilen Arbeiten“. Dieser Tarifvertrag allein begründet allerdings weder Ansprüche noch Zwän- ge. „Er setzt einen modernen Rahmen für Betriebsvereinbarungen“, sagt Sabi- ne Glaser vom Arbeitgeberdachverband Gesamtmetall, „und gibt Grundsätze zu wichtigen Punkten vor.“ Die Details legen also die Betrie- be fest, für Mitarbeiter, zu deren Auf- gabenprofil mobiles Arbeiten passt. Um Missverständnissen vorzubeugen: Das betrifft nicht die sowieso immer Flexibilität Foto: Adobe Stock Tarifvertrag auch am Samstag mobil arbeiten. Die vorgegebene mindestens elf- stündige Ruhezeit können mobil Be- schäftigte auf bis zu neun Stunden ver- kürzen. „Der neue Tarifvertrag nutzt da eine Öffnungsklausel im Arbeitszeitge- setz“, erklärt Glaser, „diesen Vorteil ha- ben also zunächst nur tarifgebundene Unternehmen.“ Was das neue Regelwerk ebenfalls klarmacht: Außerhalb der jeweils ver- einbarten mobilen Arbeitszeit müssen die Beschäftigten für den Betrieb nicht erreichbar sein. Urlaub bleibt Urlaub, Arbeit im Urlaub ist unzulässig. Und schließlich darf es keine negativen Fol- gen haben, wenn ein potenziell für das mobile Arbeiten geeigneter Mitarbeiter gar nicht ortsflexibler werden möchte.

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