FERRUM 05/2017

5 05 / 2017 05 / 2017 4 Die Metall- und Elektro- industrie ist für die Exportna- tion Deutschland unverän- dert wichtig: Im vergangenen Jahr gingen knapp 60 Pro- zent aller deutschen Exporte auf das Konto dieses Wirt- schaftszweigs – das war die gleiche Quote wie 2015. Die exportstärkste Bran- che der M+E-Industrie war der Fahrzeugbau mit Ausfuh- ren im Wert von 288 Milliar- den Euro (+1 %), gefolgt von der Elektroindustrie mit 176 Milliarden Euro (+3,9 %) und dem Maschinenbau mit 170 Milliarden Euro (-0,1 %). Ins- gesamt standen für die M+E- Firmen Exporte im Wert von 723 Milliarden Euro zu Bu- che – ein Prozent mehr als 2015. Das Wachstum hat sich jedoch im Vergleich zu den Jahren zuvor deutlich verlangsamt. Der wichtigs- te Absatzmarkt bleibt nach wie vor Europa: Knapp 63 Prozent der deutschen M+E- Exporte gehen in die europä- ischen Nachbarländer. Damit hat Europa seine Position wieder verbessert und ist wie zuvor der wich- tigste Markt für die deut- schen Hersteller von Au- tomobilen, Maschinen und Elektrotechnik. Vor allem die Länder des Euroraums haben für die M+E-Industrie an Bedeutung gewonnen. So haben Italien und Spanien ihre M+E-Im- porte aus Deutschland 2016 kräftig gesteigert – wenn auch auf niedrigem Niveau. Der Anteil des alten Konti- nents an den M+E-Ausfuhren liegt dennoch deutlich unter dem Wert des Jahres 2008 von 70 Prozent. Während die Positio- nen Asiens und Afrikas sta- bil blieben, hat die Region Nord- und Südamerika 2016 spürbar an Bedeutung ver- loren. Ein wichtiger Grund dafür war, dass der Außen- handel mit den USA spürbar abgenommen hat. NACHRICHTEN Donnersbergkreis: 68.637 € Zweibrücken: 66.666 € Fotos: Fotolia (4), Verband Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist die zentrale Größe zur Messung der Wirtschaftskraft. Es gibt den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen an, die eine Volkswirtschaft als Endprodukt her- stellt - das heißt abzüglich von Vorleistungen. Betrachtet man sich das BIP je Erwerbstätigen in den Städten und Landkreisen der Pfalz, fallen die starken Unterschiede auf. Verantwortlich dafür ist die Präsenz umsatzstarker Unternehmen. Es verwundert daher nicht, dass Ludwigshafen und der Landkreis Germersheim das Ranking anführen. LK Germersheim: 81.336 € Ludwigshafen: 107.015 € Frankenthal: 69.698 € TOP-5 Große Unterschiede Kürzerer Name, breiteresWissen M+E bleibt Exportbranche Nummer eins Metall steht im Mittel- punkt: Azubis in einer Lehr- werkstatt. Außenhandel Ausbildung Wirtschaftskraft Ein alter Beruf ist neu geregelt: 2018 kommt der Verfahrenstechnologe Metall. Die Metall- und Elektroindustrie hat 2016 Waren im Wert von 723 Milliarden Euro im Ausland verkauft. 106.200 Foto: Roth BIP je Erwerbs- tätigen in Euro; Quelle: Stat. Landesamt Menschen waren im August in Rheinland-Pfalz arbeitslos gemeldet. Das ist der geringste Wert in einem August seit 1992. Gute Umsätze mit Umweltschutz Mit Produkten und Leistungen für den Umweltschutz erzielte die rheinland-pfälzische Um- weltbranche in 2015 knapp 5,5 Milliarden Euro Umsatz (+1 %). Zur Umweltwirtschaft zählen verschiedene Wirt- schaftszweige. Den größten Umsatzanteil hat dabei die In- dustrie mit rund 80 Prozent. Darunter sind auch viele Un- ternehmen der M+E-Industrie. Rheinland-Pfalz hat viele Pendler 18,4 Millionen Beschäftigte penden täglich über ihre Ge- meindegrenze hinweg zu ih- rem Arbeitsort. Das sind 59,4 Prozent aller Arbeitnehmer. Besonders viele Pendler hat Rheinland-Pfalz. Hier liegt die Quote bei 74 Prozent. Rund 305.000 Rheinland-Pfälzer fahren sogar über die Landes- grenze hinweg zu ihrer Arbeit. Fünf Länder dominieren Mehr als die Hälfte der In- dustriebeschäftigten in der EU arbeitet in der Metall- und Elektroindustrie – 15,3 Mil- lionen Menschen sind in den verschiedenen Branchen tä- tig. Allerdings sind sie nicht gleichmäßig auf die 28 Mit- gliedsstaaten verteilt. Viel- mehr ist die M+E-Industrie im Wesentlichen auf fünf Län- der konzentriert. Deutschland liegt an der Spitze, gefolgt von Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien. Ein traditionsreicher Beruf be- kommt einen neuen Namen – und wird auch sonst moderner aufgestellt: Aus dem Verfahrens- mechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie wird zum Au- gust 2018 der Verfahrenstech- nologe Metall. „Der neue Name ist kürzer und frischer, er zeigt an, dass es um Facharbeiter geht, die mit einem Technologieprozess ver- traut sind“, erläutert Axel Kauf- mann vom Bundesinstitut für Berufsbildung. Er hat das Neu- ordnungsverfahren geleitet. Der Lehrberuf, um den es geht, ist recht selten: Bundesweit gibt es derzeit nur rund 520 Auszubil- dende im ersten Lehrjahr, darun- ter zwölf Frauen. Mehr englische Fachbegriffe Aber der Job ist wichtig für die Wertschöpfungsketten in der Industrie: Wer die Prüfung ge- schafft hat, ist Fachkraft für die Herstellung und Umformung von Stahl oder Nichteisenmetallen – vom Rohstoff bis zum fertigen Halbzeug. Dreieinhalb Jahre dau- ert das insgesamt. Nach einer breiten Grundbildung spezialisiert man sich im letzten Drittel der Ausbildungszeit auf eine von vier Fachrichtungen (die Stahlumfor- mung ist derzeit am häufigsten vertreten). Die Modernisierung bringt neue Anforderungen an die Nachwuchskräfte mit sich: „Sie erlernen zum Beispiel künftig den Umgang mit digitalisierten Steu- erungsmechanismen in Produk- tion und Logistik“, sagt Kaufmann. Englische Fachbegriffe werden wichtiger. Ebenso Nachhaltig- keit – „zum Beispiel, wenn es da- rum geht, Energieverluste zu vermeiden“. Und die Abschlussprüfung wird gestreckt. Was bisher „nur“ Zwischenprüfung war, zählt künf- tig für die Endnote mit. Zudem soll die Prüfung realistisch sein, wie Kaufmann betont: „Möglichst an der Anlage im Betrieb.“ GEWINN- SPIEL www.ferrum-magazin.de Foto: Fotolia „ Der Außenhandel mit den USA hat spürbar nachgelassen.

RkJQdWJsaXNoZXIy MTAzNjM5