FERRUM 05/2017

3 05 / 2017 05 / 2017 2 14 12 10 8 1994 1998 2002 2006 2010 2014 2018 Quellen: Sozio-oekonomisches Panel, IW Köln Treue M+E-Mitarbeiter Betriebszugehörigkeit in Jahren – Arbeitnehmer ohne Auszubildende Metall- und Elektro-Industrie Insgesamt 10,7 12,8 11,2 12,3 EDITORIAL / INHALT EINBLICK Immer weniger stabile Beschäftigungs- verhältnisse, kaum noch Festanstellun- gen und Arbeitnehmer, die wie Nomaden von einem Unternehmen zum anderen ziehen – dieses Bild wird in der Öffent- lichkeit häufig vom deutschen Arbeits- markt gezeichnet. Der Realität ent- sprechen diese Annahmen jedoch nicht. Auswertungen des Sozio-oekonomischen Panels, in dem rund 17.000 Erwerbstä- tige befragt wurden, zeigen: Die durch- schnittliche Betriebszugehörigkeitsdauer ist seit Jahrzehnten auf einem hohen, so- gar leicht steigenden Niveau. Auch in der Metall- und Elektro- Industrie ist von einer Auflösung traditio- neller Beschäftigungsstrukturen nichts zu sehen. Vielmehr liegt die Betriebszugehö- rigkeit seit 1994 konstant bei rund zwölf Jahren (siehe Grafik): In der M+E-Indus- trie bleiben Arbeitnehmer länger in einem Betrieb als ihre Kolleginnen und Kollegen in der Gesamtwirtschaft. Dabei muss man berücksichtigen, dass die Metall- und Elektroindustrie – wie andere Bran- chen auch – in den vergangenen Jahren vermehrt Personal eingestellt hat. Das ist insofern von Bedeutung, als dass neue Mitarbeiter zunächst mit einer Betriebs- zugehörigkeitsdauer von null anfangen und somit den Durchschnitt senken. Eine deutlich längere Betriebszu- gehörigkeit der Beschäftigten als die M+E-Industrie haben lediglich andere in- dustrielle Branchen mit fast 14 Jahren, das Kredit- und Versicherungsgewerbe (15 Jahre) und die öffentliche Verwal- tung (17 Jahre). Erheblich kürzer sind da- gegen die Arbeitnehmer in vielen Dienst- leistungsbranchen beschäftigt, etwa im Gastgewerbe (7 Jahre) oder im Einzel- handel (9 Jahre). Dass „hire and fire“ in der Wirtschaft kein Geschäftsmodell ist, hatte schon die Arbeitsmarktentwicklung in der Krise 2009 gezeigt. Obwohl die Produktion um fünf Prozent eingebrochen war, blieb die Beschäftigung konstant. Impressum FERRUM 05 / 2017 www.ferrum-magazin.de Herausgeber: PfalzMetall, Friedrich-Ebert-Straße 11-13, 67433 Neustadt an der Weinstraße Internet: www.pfalzmetall.de Redaktion: Matthias Schmitt (verantw.), Hindenburgstraße 32, 55118 Mainz, Telefon 06131/557531, Fax 06131/557539, E-Mail: ferrum@pfalzmetall.de Gestaltung und Produktion: IW Medien GmbH, Köln · Berlin, Konrad-Adenauer-Ufer 21, 50668 Köln Druck: Graphischer Betrieb Henke GmbH, Engeldorfer Straße 25, 50321 Brühl Erscheinungsweise: 6 x jährlich Bezugspreis: Die Finanzierung erfolgt aus Mitgliedsbeiträgen.   Die zur Abwicklung des Vertriebs erforderlichen Daten werden nach den Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes ver- waltet. ISSN-Nr.: 0170-7000 Liebe Leserinnen und Leser, über die Automobilindustrie wird gera- de viel geredet und geschrieben. Nicht jede Äußerung fällt dabei unter die Kategorie „der Weisheit letzter Schluss“. Ein beliebter Vorwurf an die deutschen Autohersteller lautet beispielsweise, sie hätten den Trend zur E-Mobilität ver- schlafen. Das ist falsch. Der Weltmarktanteil deutscher Hersteller an E-Autos liegt fast so hoch wie ihr Anteil bei konventionellen Antrieben. Aber diese und andere Mythen waren für uns Grund genug, mal genau hinzuschauen und zu zeigen, welche Bedeutung die Automobilindustrie für Rheinland-Pfalz und die Pfalz hat. Ein Überblick über eine quicklebendige Branche. In unserer neuen Rubrik „Industrie hautnah“ nehmen wir Sie unter anderem mit in die Werkshalle von Gene- ral Dynamics European Land Systems-Germany. Dort kommt seit einiger Zeit ein mobiles, digitales Messgerät zum Einsatz. Lesen Sie ab Seite 12, wie viel Zeit und Geld das Unternehmen dank dieser Mitarbeiteridee spart. Ach ja, und wir haben „ferrum“ eine neue Optik gege- ben. Aber das ist Ihnen bestimmt schon aufgefallen. Wir wünschen uns, dass Ihnen das neue Layout so gut gefällt wie den Machern und freuen uns auf Ihre Kritik! Viel Spaß bei der Lektüre und freundliche Grüße matthias.schmitt@pfalzmetall.de Fotos: Adient, mauritius images, Roth, Sandro; Titelfoto: Opel Lange im Betrieb M+E-Beschäftigung Von wegen Jobhopper: Beschäftigte bleiben immer länger im gleichen Betrieb, auch in der M+E-Industrie. 4 Seit wenigenWochen gibt es einen neuen Beruf: den Verfahrenstechnologen Metall. 8 Adient Components ist ein Beispiel für die vielfältige Fahrzeugindustrie in Rheinland-Pfalz. 12 GDELS spart viel Geld und Zeit – dank der pfiffigen Idee eines Mitarbeiters. 18 Drohnen: Seit Oktober gelten für die Fluggeräte neue Regeln. Ein Überblick. NACHRICHTEN 4 Der „Verfahrenstechnologe Metall“  wurde neu geregelt 4 Top-5:  Wo in der Pfalz das Brutto- inlandsprodukt besonders hoch ist 5 Die M+E-Industrie  bleibt Deutsch- lands Exportbranche Nummer eins TITELTHEMA 6 Automobilindustrie I: Vor-Krisen-Niveau bald wieder erreicht 8 Automobilindustrie II: Mehr als nur verlängerte Werkbank 9 Eberspächer:  E-Mobilität und autonomes Fahren treiben Wachstum 10 Adient I:  Auf dem Weg zur SmartFactory 10 Adient II:  Sitze mit Anspruch 11 Überblick:  Wer wo zu Hause ist INDUSTRIEHAUTNAH 12 Wie GDELS  dank pfiffiger Mitarbeiter Zeit und Geld spart 13 Gewinnsprung:  John Deere legt Bilanz für die ersten neun Monate vor 14 Daimler  druckt Lkw-Ersatzteile im 3-D-Drucker 15 BorgWarner  hat einen neuen Groß- auftrag von Jaguar Land Rover erhalten 16 Abgeschlossen:  Opel ist jetzt ein Teil von PSA 17 MINT-Schülerakademie: Schülerakademie zu Gast bei Vögele 17 Terex Cranes  hat einen neuen Sockelkran vorgestellt SERVICE 18 Aufgepasst:  Für Drohnen gelten neue Regeln Foto: Werk

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